Noch nie ordentlich gewesen?
„Ich bin noch nie ordentlich gewesen. Warum bin ich so undiszipliniert? Alle anderen schaffen das auch, warum ich nicht?“ Oder sagst du ständig „ich müsste/sollte mal…“, bist chronisch desorganisiert? Solche Gedanken tun weh und oft klappt es nicht gleich andere Denkmuster zu finden. Es hängt immer auch von der persönlichen Wahrnehmung ab. Ordnung ist für jeden etwas anderes und es gibt verschiedene Ausprägungen von Ordnung. Vielleicht warst du schon als Kind vielseitig interessiert und hast so immer mehr Sachen angehäuft und jetzt von allem zu viel. Auch Traumas können dazu führen in einen Zustand der Unordnung und Desorganisation zu geraten. Wenn ein Trauma der auslösende Faktor ist, durch den du deinen Alltag nicht mehr bewältigen kannst, ist die psychologische Aufarbeitung wichtig. Aber was ist chronische Desorganisation?
Chronische Desorganisation näher erklärt
Das „Institut for Challenging Disorganization“ erklärt es. Chronische Desorganisation ist ein Zustand anhaltender Unordnung in Wohn- und Lebensbereichen, oft begleitet von Problemen mit dem Zeitmanagement und dem Festhalten an Dingen. Sie ist meist keine bloße Schlamperei, sondern Folge von Erkrankungen wie ADHS, Depressionen, Angststörungen oder Traumata (PTSD). Betroffene erleben Chaos, das den Alltag und die Lebensqualität stark beeinträchtigt.
Kernmerkmale und Symptome:
- Anhäufung von Gegenständen: Große Mengen an Dokumenten oder Besitztümern sammeln sich an, Wegwerfen fällt schwer.
- Chaos im Alltag: Mangelnde Struktur führt zu unbezahlten Rechnungen, verpassten Terminen und verlorenen Gegenständen.
- Handlungsblockaden: Aufgaben werden aufgeschoben (Prokrastination) oder nicht beendet.
- Innen & Außen: Das äußere Chaos spiegelt oft eine innere Getriebenheit oder Gedankenrasen wider.
- ADHS-Bezug: Besonders bei Erwachsenen mit ADHS ist chronische Desorganisation ein häufiges Symptom.
Quelle: org/icd-resources/what-is-chronic-disorganization/
Kaufen, Kaufen, Kaufen – Die Wirtschaft braucht Konsum
Aktuell ist die Wirtschaft nicht darauf ausgerichtet, dass die Menschen wenig besitzen. Immer neue Dinge zu kaufen, wird direkt gesteuert. Durch Newsletter, Werbeblättchen und digitale Werbung wirst du jeden Tag aufgefordert zu konsumieren. Dabei ist doch ein wichtiger Eckpfeiler für mehr Ordnung, weniger zu besitzen. Wenn du wie ich ein sehr kreativer Mensch bist, neigst du vielleicht dazu, dir Projekte vorzunehmen, dazu Anschaffungen zu machen und schlussendlich keine Zeit zur Umsetzung zu finden.
Ich nähe z. B. sehr gern und habe viele Stoffe. Als ich dann mal eine Idee für ein Taschen-Upcycling-Projekt hatte, für das ich Fahrradschläuche brauchte, habe ich begonnen diese zu sammeln. Es verging einige Zeit, die Fahrradschläuche lagen herum, aber ich fand keine Zeit das Projekt umzusetzen. Tatsächlich ist es auch bis jetzt nur eine Idee geblieben und ich stolpere quasi jeden Tag über diese nicht erledigte Idee. Etwas Schönes was mir Freude bereiten sollte, macht mir nun nur Bauchschmerzen. Ich werde dieses Projekt (die Schläuche) jetzt gehen lassen und dafür lieber von dem vorhandenen Stoff ein schönes Kleid nähen. Das ist wesentlich schneller umsetzbar und bereitet mir in diesem Sommer Freude.
Was ich dir damit sagen möchte? Jedes Ding braucht seinen Platz und zu viele Dinge brauchen zu viel Platz. Da ist es nahezu unmöglich Ordnung und Struktur zu halten. Du kannst bewusst gegensteuern, indem du die Menge deines Besitzes reduzierst. Besonders bei neurodivergenten Menschen spielt die Menge an Besitz eine große Rolle.
Neurodivergenz und Ordnung
Als neurodivergent werden Menschen bezeichnet, deren Gehirnfunktion, Wahrnehmung und Informationsverarbeitung von der gesellschaftlichen Norm (neurotypisch) abweicht. So z. B. bei Autismus, ADHS, Dyslexie oder Dyskalkulie und Legasthenie etc.. Was eigentlich als neurologische Besonderheiten gilt, könnte auch als natürliche menschliche Vielfalt bezeichnet werden. Deshalb ist es mir wichtig, dass du verstehst, dass du genauso wie du bist auch richtig bist. Du bist nicht falsch, wenn du keine Ordnung halten kannst. Du brauchst eine andere Herangehensweise, Menschen die dich sehen und verstehen, sowie eine wohlwollende Sichtweise auf dich selbst. Deine Kernkompetenzen liegen auf anderen Dingen. Mit deinen scheinbaren Defiziten, kannst du lernen umzugehen.
Der Ordnungswelt-Club
Wie wäre es zum Beispiel mit Gleichgesinnten, zur gleichen Zeit an Themen zu arbeiten, die dich beschäftigen. Noch dazu bekommst du hilfreiche Tipps von Profis, die genau wissen, wie du dich fühlst und einfühlsam mit dir umgehen. Genau dafür hat der Ordnungswelt-Club mit mir und anderen Coaches eine Plattform ins Leben gerufen. Mit regelmäßigen Impulsen, Live-Sessions, Austausch mit anderen und Wissensgrundlagen. Hier findest du den Link zum Ordnungswelt-Club in dem ich einer der Gruppenleiter in der Gruppe „Noch-nie-Ordentliche“ bin. Zum Club geht’s hier: https://ordnungswelt.com/der-club/.
👉 Habe ich dein Interesse geweckt? Bist du dir noch unsicher was für dich der nächste Schritt ist? Dann buche dir ein kostenloses Erstgespräch und wir finden gemeinsam deinen Weg heraus.
Michaela
Ordnungscoaching und Feng-Shui-Beratung
