Loslassprozess – Trauerbewältigung
In meinem Dezember Newsletter habe ich dir von einem tiefen Einschnitt in meinem Leben berichtet. Ich musste den Verlust meiner besten Freundin verkraften. Daher weiß ich sehr gut, wie es sich anfühlt, wenn plötzlich alles anders ist. Eine kurze schwere Krankheit. Eine rasante Geschwindigkeit, die mir kaum Zeit ließ zu begreifen. Erging es dir auch schon einmal so? Wolltest du einfach nur trauern und dich nicht um Angelegenheiten kümmern müssen? Leider bist du gezwungen, dich viel zu schnell mit all den organisatorischen Dingen zu beschäftigen. Du bist überhaupt noch nicht bereit, aber das Leben geht weiter. Mir hilft beim Trauern die Vorstellung, dass der andere Mensch nicht weg ist, er hat nur eine andere Adresse. Das lässt dich wieder mehr Abstand gewinnen, gerade auch, wenn es sich um einen nahen Verwandten handelt.
Vorsorge
So schmerzhaft sie auch sind, solche Schicksalsschläge sind Teil des Lebens. Wir können uns nicht darauf vorbereiten. Was wir aber machen können, ist unsere Sachen gut zu ordnen und einen Überblick zu schaffen. Im Ernstfall können die Hinterbliebenen alles leicht finden. Es müssen Dinge organisiert werden und Dokumente schnell zu finden sein. Dokumente, die gut aufbewahrt werden müssen und nach einem Todesfall gebraucht werden:
- Testament, Bestattungsverfügung,
- Familienstammbuch / Geburtsurkunde / Heiratsurkunde
- Rentennummer oder Rentenbescheid
- Lebensversicherung, Sterbeversicherung
Später sind dann noch wichtig:
- Verträge
- Digitales
- Vermögenswerte
Zu diesem Thema passt auch mein Blogartikel Nachlass in Ordnung.
Das ist vielleicht eine große Überwindung, aber du darfst dich mit deiner eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen und Unterlagen so ordnen, dass es für die Hinterbliebenen einfacher ist. Ich persönlich möchte nicht, dass meine Familie die Trauerphase mit Dokumentensuche verbringen muss. Nach einer Zeit der Trauer kommt jedoch irgendwann die Phase des Loslassens. Ob du dich gut oder schlecht auf das Loslassen einlassen kannst, hängt u.a. auch von deinen Charaktereigenschaften ab. Bist du eher der Typ Mensch mit Blick nach vorn? Fällt es dir leichter als anderen Veränderungen anzunehmen? Wenn ja, wird sich das wahrscheinlich schon in anderen Loslassprozessen gezeigt haben.
Loslassprozess – Auf das Loslassen einlassen
Das Thema Loslassen umfasst so viele verschiedene Bereiche. Du darfst es jederzeit üben, ohne das der Ernstfall eintritt. Du steckst vielleicht schon seit einiger Zeit im Loslassprozess deiner Kinder, die immer erwachsener werden und vielleicht bald das Haus verlassen. Täglich sortierst du kleine Dinge aus, wirfst weg und lässt los. Nicht jeder Loslassprozess ist einfach, aber er ist Teil des Wandels, Teil der Veränderung. Du kannst lernen mit jedem Schritt loszulassen. Mal ist es einfacher, mal ist es schwerer und geht schnell oder langsam. Es ist immer ein Prozess – einem dem du vertrauen darfst, weil er Teil unseres Lebens ist.
Vielleicht musst du ja nicht gezwungen sein und darfst dich entscheiden loszulassen. So wie du Menschen und Tiere in Liebe gehen lassen kannst, geht das auch für Dinge, Besitz und Angewohnheiten.
So wie Trauer Raum braucht und die Seele Zeit zu heilen, braucht Loslassen seine Zeit. Ohne Druck, dann loslassen, wenn du bereit dazu bist. Manche finden Trost darin, Dinge weiterzugeben. Vielleicht hilft es dir, Dingen eine neue Bedeutung zu geben, gerade wenn es sich um Nachlass handelt, z. B.:
- Kleidung an Menschen, die sie brauchen
- Bücher in neue Hände
- Möbel an junge Familien
So wird aus Verlust Sinn. Aus Schmerz Wert. Aus Ende Weiterwirken.
Trauerbewältigung – wenn Trauer und Unordnung sich gegenseitig verstärken
Ein überfüllter Raum mit Nachlass kann Trauer verstärken. Und Trauer ansich kann jede Ordnung unmöglich machen. Es ist ein Teufelskreis – aber keiner, aus dem du nicht herausfinden kannst. Kleine Schritte reichen, eine Schublade, ein Karton, nur zehn Minuten am Tag. Nicht perfekt, nur liebevoll. Du darfst loslassen – in deinem Tempo. Loslassen ist der Inbegriff von Selbstfürsorge. Es ist ein leises:
- „Ich erlaube mir, weiterzuleben.“
- „Ich erlaube mir, wieder Luft zu holen.“
- „Ich erlaube mir, Raum für Neues zu schaffen – ohne das Alte zu verlieren.“
Von Herz zu Herz. Wenn du gerade in der Trauer steckst und das Gefühl hast, alles ist zu viel: Du bist nicht schwach. Du bist nicht falsch. Du bist nicht allein. Loslassen darf sanft sein. Still, unperfekt und zutiefst menschlich. Und manchmal beginnt es nicht mit einem Karton – sondern mit einem Atemzug.
👉 Ich verstehe dich und ich fühle deinen Schmerz. Wir können gemeinsam den Nachlass begutachten. Ich kann dir helfen Ordnung in deine Dokumente zu bringen. Oder darf ich dich einfach nur in all den kleinen Loslassprozessen in deinem Leben unterstützen? Nimm gern Kontakt mit mir auf für dein kostenloses Erstgespräch. Ich unterstütze dich gern.
Michaela
Ordnungscoaching und Feng-Shui-Beratung
