Welcher Aufräumtyp bist du? Warum nicht jedes Ordnungssystem zu jedem Menschen passt
Hast du dich auch schon einmal gefragt, warum deine Freundin scheinbar mühelos Ordnung hält und du das Gefühl hast, ständig wieder von vorn anfangen zu müssen? Vielleicht hast du dir schon Aufräumtipps auf Instagram angeschaut, warst auf Pinterest unterwegs oder hast sogar neue Boxen gekauft. Anfangs klappt alles wunderbar. Doch ein paar Wochen später sieht es wieder genauso aus wie vorher.
Und dann kommen diese Gedanken: „Warum schaffe ich das nicht?“ , „Bin ich einfach zu chaotisch?“
Nein, bist du nicht.
In den letzten Jahren durfte ich viele Menschen in ihrem Zuhause begleiten. Und dabei ist mir eines ganz deutlich geworden: Es gibt nicht das eine perfekte Ordnungssystem. Menschen sind unterschiedlich – und genauso unterschiedlich räumen sie auch auf. Die einen möchten alles sehen, die anderen am liebsten gar nichts. Manche lieben Schubladen mit kleinen Fächern und perfekt beschrifteten Boxen. Andere bekommen schon beim Gedanken daran Stress und brauchen lieber eine große Kiste, in die alles schnell hinein darf. Vielleicht erkennst du dich ja in einem der folgenden Aufräumtypen wieder.
Der „Ich-muss-alles-sehen“-Typ
Diesen Typ treffe ich in meinen Coachings ziemlich häufig.
Kaum verschwindet etwas im Schrank, ist es wie aus dem Gedächtnis gelöscht. Deshalb liegen wichtige Unterlagen auf dem Esstisch, die Jacke hängt über dem Stuhl und die Schere liegt lieber auf der Arbeitsplatte als in der Schublade. Kommt dir das bekannt vor? Dann brauchst du gar nicht versuchen, alles hinter Türen zu verstecken. Das würde dich nur unglücklich machen. Viel besser sind offene Körbe, Haken oder schöne Regale. Wichtig ist nur, dass trotzdem jede Kategorie ihren festen Platz bekommt. Sonst wird aus „alles im Blick“ ganz schnell „alles überall“.
Der „Bloß nichts herumliegen lassen“-Typ
Vielleicht gehörst du genau zum Gegenteil. Du liebst freie Flächen. Wenn Besuch kommt, bist du in fünf Minuten fertig. Alles verschwindet blitzschnell im nächsten Schrank. Von außen sieht das wunderbar ordentlich aus …bis man eine Schublade öffnet.
Ich muss dann manchmal ein wenig schmunzeln, wenn mir Kundinnen sagen: „Bitte öffnen Sie den Schrank lieber nicht.“ Keine Sorge – ich öffne ihn natürlich trotzdem. Für diesen Aufräumtyp funktionieren große Boxen oder Körbe hinter Schranktüren hervorragend. Wichtig ist nur, diese gut sortieren und zu beschriften und dass du ab und zu auch hineinschaust. Sonst wird der Schrank irgendwann zur kleinen Rumpelkammer.
Der „Tausend mal durchdacht“-Typ
Diesen Typ erlebe ich auch häufig. Bevor überhaupt angefangen wird, werden erst einmal Aufbewahrungsboxen bestellt, Etiketten ausgesucht und auf Pinterest nach der perfekten Lösung gesucht.
Das Problem dabei? Vor lauter Planung wird gar nicht aufgeräumt. Manchmal ist „gut genug“ eben viel besser als „perfekt“. Ich sage meinen Kundinnen deshalb oft: Lieber heute ein Regal fertig als morgen das perfekte Ordnungssystem.
Der „Kann man noch gebrauchen“-Typ
Leere Marmeladengläser? „Daraus könnte ich noch Windlichter machen.“
Schöne Bänder? „Die brauche ich bestimmt noch zum Verpacken.“
Kleine Stoffreste? „Vielleicht nähe ich daraus irgendwann etwas.“
Ich finde diese Kreativität wunderschön. Aber irgendwann brauchen all diese Ideen mehr Platz als das eigentliche Zuhause. Deshalb darfst du dir ruhig Grenzen setzen. Eine Kiste für Bastelmaterial. Ein Regal für Projekte. Ist die Kiste voll, wird erst wieder Platz geschaffen, bevor Neues dazukommt.
Und welcher Aufräumtyp bist du?
Vielleicht hast du dich gleich in mehreren Beschreibungen wiedergefunden. Das geht übrigens fast allen so. Auch ich bin ein Mischtyp. Mal bin ich Perfektionistin, mal möchte ich Dinge einfach nur schnell verschwinden lassen. Und genau deshalb entwickle ich mit meinen Kundinnen niemals ein Ordnungssystem „von der Stange“. Ich schaue zuerst, wie der Mensch tickt. Denn was nützt die schönste Ordnung, wenn sie überhaupt nicht zu deinem Alltag passt?
Mein Fazit
Ich wünsche mir, dass du nach diesem Artikel eines mitnimmst: Du bist nicht unordentlich.
Du hast vielleicht einfach noch nicht dein Ordnungssystem gefunden. Und genau dabei unterstütze ich dich. Gemeinsam finden wir eine Ordnung, die sich nicht nach Instagram richtet, sondern nach deinem Leben. Denn erst dann fühlt sich Ordnung wirklich leicht an.
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Michaela Löser
Dein Ordnungscoach für ein leichteres Leben
